Freitag, 30. März 2012

PETA Newsletter

Dr. Haferbeck berichtet über den Lohmann-Fall
Lieber Herr Paukstadt,
vor etwa vier Jahren rief uns ein Informant aus der weltgrößten Hühnerbrüterei Lohmann Tierzucht (LTZ) an.
Der Informant bat uns um Hilfe, denn er könne nicht mehr zusehen, wie bei Lohmann Tiere millionenfach und aus reiner Profitgier gequält würden. Das Veterinäramt sei eingeweiht und unterstütze die Praktiken.

Nach mehreren geheimen Treffen überreichte mir schließlich der Zeuge firmeninterne, hochbrisante Dokumente. Aus ihnen ging deutlich hervor, dass Lohmann seit Jahren illegale, sehr schmerzhafte Kamm- und Zehenamputationen sowie Schnabelkürzungen an Tieren durchführt und die männlichen Küken vergast und entsorgt. All dies aus reinen Profitgründen!

Im März 2008 zeigten wir den Konzern an. Trotz der erdrückenden Beweise sollte das Verfahren zunächst eingestellt werden. Nach Beschwerde und Vorlage von Dokumenten wurde das Verfahren wieder aufgenommen, doch behördliche Stellungnahmen und Gutachten kosteten Zeit. Bis zum ersten Durchsuchungsbeschluss dauerte es fast zwei Jahre! Trotzdem gelang es den Beamten bei der Polizeirazzia, belastende Beweise sicherzustellen.
Nach weiteren zwei Jahren dann der Erfolg: gegen Lohmann wurde eine Geldbuße verhängt und der Geschäftsführer rechtskräftig wegen Tierquälerei verurteilt.

Enttäuscht mussten wir leider feststellen, dass Lohmann nur für die Kamm- und die Zehenamputationen verurteilt worden ist. Doch für das Schnabelkürzen und die Eintagskükentötungen müssen die Verantwortlichen ebenfalls zur Rechenschaft gezogen werden!
Darum haben wir eine umfassende Beschwerde mit neuen Beweisen vorgelegt. Die Staatsanwaltschaft ist nun angewiesen, gegen Lohmann und weitere Verantwortliche erneut zu ermitteln.

Unsere kriminalistischen und juristischen Ermittlungen sind sehr zeit- und arbeitsintensiv. Immer wieder müssen wir Beschwerden einlegen, neue Beweise ermitteln und, entsprechend arbeitsaufwändig aufbereitet, vorlegen sowie Druck ausüben, damit solche Verfahren überhaupt erst durchgeführt werden. Dank Ihrer Unterstützung können wir auch im Fall Lohmann weitermachen.

Herzliche Grüße
Dr. Edmund Haferbeck

Wissenschaftlicher und Rechtsberater von PETA

PS: Dass die Landwirtschafsministerin Aigner die Novellierung des Tierschutzgesetzes auf den Weg gebracht hat, ist eindeutig auf die Skandale bei Lohmann, Wiesenhof und den Fall Grotelüschen zurückzuführen, die wir mit Ihrer Unterstützung aufdecken konnten.
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